Bruno-Kreisky-Preis für sozial-ökologisches Wohnen und Zusammenleben 2025

Der Preis für „Soziales Wohnen in Wien. Ein transdisziplinärer Dialog“ von Lehner, Krejs, Güntner und Obrist (TU Wien Academic Press, 2025) wird am 30. September 2026 im Architekturzentrum Wien verliehen.

Die Themenfelder leistbares und klimafreundliches Wohnen und Bauen sowie innovative Ideen für neue Formen des Zusammenlebens stehen im Fokus gesellschaftspolitischer Auseinandersetzungen. Im Rahmen des traditionsreichen Bruno-Kreisky-Preises für das politische Buch wird daher seit 2022 die Preiskategorie „Sozial-ökologisches Wohnen und Zusammenleben“ als Kooperation des Karl-Renner-Instituts mit dem Verein für Wohnbauförderung verliehen. 2025 geht der Bruno-Kreisky-Preis für sozial-ökologisches Wohnen und Zusammenleben an „Soziales Wohnen in Wien. Ein transdisziplinärer Dialog“, herausgegeben von Judith M. Lehner, Bernadette Krejs, Simon Güntner und Michael Obrist.


Zur ausgezeichneten Publikation: Der Sammelband „Soziales Wohnen in Wien“ leistet einen herausragenden Beitrag zur aktuellen Wohnbaudebatte, indem er das Wiener Modell des sozialen Wohnens als komplexe, integrierte Stadtentwicklung sichtbar macht. Die Herausgeber:innen luden zu einem transdisziplinären Dialog zwischen Architektur, Stadtplanung, Sozialwissenschaften und Verwaltung ein. Die versammelten Autor:innen verbinden gekonnt die Perspektiven der räumlichen Qualität, sozialen Gerechtigkeit und institutionellen Steuerung auf überzeugende Weise. Der Sammelband richtet sich an Wissenschafter:innen, Studierende, Planer:innen sowie politische Entscheidungsträger:innen – also alle, die sich mit der Geschichte, Gegenwart und Zukunft des sozialen Wohnens in Wien befassen.


Das Buch ist eine wissenschaftliche und praxisorientierte Anthologie, die sich mit dem komplexen System des sozialen Wohnens in Wien auseinandersetzt und Perspektiven aus verschiedenen Disziplinen zusammenbringt. Der Themenbogen reicht weit: von den Kosten und der Qualität von Wohnraum über Nachbarschaft und soziale Beziehungen bis hin zu den Anforderungen an Klimawandel und Nachhaltigkeit im Wohnbau.


Besonders hervorzuheben ist die enge Verzahnung von kritischer Analyse und praktischer Erfahrung. Das Buch reflektiert nicht nur die historischen Stärken des Wiener Systems, sondern arbeitet auch dessen Innovations- und Zukunftspotenzial in Hinblick auf Leistbarkeit, soziale Durchmischung und Nachhaltigkeit heraus. Darüber hinaus widmet es sich auch so relevanten Theman wie den Erfordernissen der Bodenpolitik und Stadtentwicklung. Damit setzt der Band einen maßgeblichen Referenzpunkt für den Diskurs über soziales, inklusives und qualitätsvolles Wohnen – weit über Wien hinaus.

Die Shortlist der Jury für das Jahr 2025:

  • Caroline Dietlmeier / Stefan Gruhne / Simon Pytlik / Mascha Zach: Wohnen weiterbauen. Großwohnsiedlungen in die Zukunft bringen, herausgegeben von Andreas Hild und Andreas Müsseler (Gebr. Mann Verlag, 2025)
  • Mara Haas / Christian Peer / Dominik Wagner / Paul Hahnenkamp: Sharing: Possible! Praktiken des Teilens in der städtischen Erdgeschosszone (transcript Verlag, 2025)
  • Katharina Kirsch-Soriano da Silva / Judith M. Lehner / Simon Güntner (Hrsg.): Sanfte Stadterneuerung Revisited. Wiener Handlungsstrategien für den Bestand (JOVIS Verlag, 2025)
  • Barbara Nothegger: Sieben Stock Dorf. Wohnexperimente für eine bessere Zukunft
    (Residenz Verlag, 2025)

Jury:

  • Hannes Swoboda (Juryvorsitzender)
  • Angelika Fitz (Direktorin des Architekturzentrums Wien)
  • Elke Hanel-Torsch (SPÖ-Nationalratsabgeordnete – Bautensprecherin)
  • Silvia Hofer (Bereichsleiterin beim Wohnfonds Wien, Mitglied des Grundstücksbeirats der Stadt Wien)
  • Justin Kadi (Assistant Professor, Department of Land Economy University of Cambridge)
  • Verena Konrad (Direktorin des Vorarlberger Architektur Instituts)
  • Sascha Obrecht (Direktor des Karl-Renner-Instituts)
  • Elsa Prochazka (Architektin und Universitätsprofessorin)
  • Thomas Ritt (Leiter der kommunalpolitischen Abteilung der AK)
  • Michael Rosecker (Stv. Direktor des Karl-Renner-Instituts) 
  • Elisabeth Springler (Makroökonomin und FH-Professorin)
  • Artur Streimelweger (Leiter des wissenschaftlichen Beirats des Vereins für Wohnbauförderung)
  • Andrea Washietl (Obfrau des Vereins für Wohnbauförderung)

Können wir uns den leistbaren Wohnbau noch leisten?