VWBF-Obfrau Mag.a (FH) Andrea Washietl

Zweckbindung der Wohnbauförderung jetzt umsetzen!

Washietl: „Aus Förderbeiträgen müssen wieder Wohnungen werden“

Die von Vizekanzler und Wohnbauminister Andreas Babler angekündigte Umsetzung der Zweckwidmung der Wohnbauförderung markiert für den Verein für Wohnbauförderung (VWBF) den entscheidenden wohnpolitischen Kurswechsel. Fördermittel sollen künftig wieder verbindlich dort ankommen, wo sie ihre größte Wirkung entfalten: im Neubau, in der Sanierung und in der Dekarbonisierung des Wohnungsbestands.

„Die Zweckwidmung ist die Rückkehr zu einem Finanzierungsmodell, das über Jahrzehnte für leistbares Wohnen, wirtschaftliche Stabilität und sozialen Ausgleich gesorgt hat. Wenn Wohnbaufördermittel wieder Wohnungen finanzieren, gewinnt das ganze Land– nur so entstehen Planungssicherheit, Investitionen und stabile Mieten“, betont VWBF-Obfrau Andrea Washietl.

Leistbares Wohnen braucht verlässliche Finanzierung

Die aktuellen Leistungsdaten der gemeinnützigen Wohnungswirtschaft zeigen den Handlungsbedarf deutlich: 2024 wurden 13.690 Wohnungen fertiggestellt – rund 17 Prozent weniger als im Zehnjahresschnitt. 2025 wurde mit etwa 11.400 Einheiten ein historischer Tiefstand erreicht. Gleichzeitig entstehen pro zusätzlichem Haushalt nur 0,4 gemeinnützige Wohnungen.

„Der Bedarf wächst, die Neubauleistung sinkt. Diese Schere schließen wir nur mit einer verlässlichen Wohnbaufinanzierung“, so Washietl.

Konjunkturmotor mit hoher Beschäftigungswirkung

Der geförderte Wohnbau ist zugleich ein zentraler Konjunkturfaktor: Allein 2024 investierten die Gemeinnützigen Bauvereinigungen 3,2 Mrd. Euro in den Neubau und 1,4 Mrd. Euro in Sanierung und Instandhaltung. Damit wurden rund 25.500 Arbeitsplätze im Neubau sowie weitere 11.400 Jobs durch Sanierungen gesichert.

Preisdämpfung durch gemeinnützigen Wohnbau

Mit über einer Million verwalteten Wohnungen und einem Marktanteil von 53% im Geschoßwohnbau ist der gemeinnützige Sektor der stärkste preisdämpfende Faktor am Wohnungsmarkt.

„Wer die Mieten leistbar halten will, muss den gemeinnützigen Wohnbau stärken – und dafür braucht es zweckgewidmete Mittel“, so Washietl.

Schlüssel für Klimaziele und Bestandssanierung

Auch für das Erreichen der Klimaziele sei die Zweckwidmung entscheidend: 2024 wurden rund 6.800 Wohnungen thermisch saniert und 6.600 Heizungen auf klimafreundliche Systeme umgestellt.

Die VWBF-Obfrau betont: „Die Energiewende im Wohnbau findet im Bestand statt. Ohne gesicherte Fördermittel ist sie nicht finanzierbar.“

Der VWBF fordert nun eine verbindliche Verankerung im Finanzausgleich sowie ausreichend dotierte, mehrjährige Programme für Neubau und Sanierung.

„Leistbares Wohnen ist eine Systemfrage. Die Zweckwidmung stellt sicher, dass die Mittel wieder dort wirken, wo sie gebraucht werden – bei den Menschen“, so Washietl abschließend.

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